Traditionelle Torf-Ernte für das Darren von Malz in der Produktion von Whisky..

Torf trinken? Nur in Whisky!

Torf trinken? In Whisky? Dieses Phänomen trifft heute genau den Geschmack der Whisky-Szene. Whisky mit Torf-Aromen erlebt seitdem einen Boom, während „ungetorfte“ Whiskys nicht so sehr im Fokus vor allem der Medien stehen. Auch wenn aus letzteren hervorragende Destillate entstehen, hat es die Fraktion der Torf-Whisky-Fürsprecher ungemein einfacher eine große Fangemeinde zu finden. Selbst bei sehr jungen Whiskys. Aber warum?

Weil Whisky von seinen Aromen lebt. Dieses Aroma wiederum basiert auf Hunderten von chemischen Verbindungen. Je nachdem, wie intensiv die Ausgangsmaterialien also das Destillat mit Aroma-Molekülen versorgen, desto komplexer wird der Whisky. Viele der Aromen stammen aus dem Holzfass. Aber wenn das Malz unter Torfrauch gedarrt wurde, dann entsteht eine intensive, zweite Aromen-Welt. Die des Torf-Rauches. Um zu verstehen, warum dieses bisschen Torf einen so großen Einfluss auf den Whisky nimmt, schauen wir uns an, was dessen Rauch so alles mitliefert.

Torf im Whisky messen

Der rauchige Geschmack entsteht durch das „Darren“, also des Trocknen, des Malzes mit Torf. Dabei entstehen Phenole, beim destillieren in den Whisky übergehen. Torf liefert Phenol (zumeist 4-Vinyl-Guaiacol), welches entweder beim Darren durch Verbrennen von Torf entsteht oder durch bestimmte, eigens gezüchtete Hefestämme, beim Fermentieren. Sie erzeugen dieselben Moleküle, wie sie auch im Torfrauch zu finden sind. Je mehr Torf für den Whisky verwendet wird, umso mehr Phenole können in den Whisky übergehen. Der Grad der „Rauchigkeit“, der Phenolgehalt, wird auf der Flasche in PPM oder „Peat“ angegeben.

Wie genau kommt der Torf in den Whisky?

Auf dem sogenannten Darrboden zieht die heiße Abluft des Darrfeuers durch die gleichmäßig verteilte Malzschicht geleitet und entzieht ihr so die Feuchtigkeit, die über pagodenartig verkleidete Kamine ins Freie entweicht. Ein Darrboden hat im Betrieb über 70 Grad Hitze, wenn die Feuer brennen – zusammen mit der sehr hohen Luftfeuchtigkeit verschlägt es einem sofort den Atem.

Setzt man dem Feuer Torf zu, entwickelt sich ein beißender Rauch, der für das Torf-Aroma im Whisky sorgt. Die unterschiedliche Torfigkeit unserer Whiskys hängt stark davon ab, wie lange das verwendete Malz über Torffeuer trocknen durfte.

In diesem Line-Up finden Sie unseren Tasting-Vorschlag für stark torfigen Whisky von der dafür berühmten schottischen Insel Islay.